New Exhibition “Arbeitskämpfe”


“Arbeitskämpfe” (Labour Disputs)
Photographs by Michael Kerstgens
Opening, August 24th, 19 h

August 25th – December 19th, 2016
LVR Industriemuseum Zinkhütte Altenberg
Hansastraße 20
46049 Oberhausen

Soon: NEW BOOK

“AUFRUHRGEBIET”
(Uproar Area)
Peperoni Books Berlin
Bildschirmfoto 2016-06-30 um 11.55.01

Neues Buch, 2015 – Hartes Leben auf der Höh´


Mein neues Buch “Hartes Leben auf der Höh” wird am 23. Oktober 2015 vom Athesia Tappeiner Verlag vorgestellt.

Beginn: 19.30 Uhr

Bergbaumuseum Kornkasten
Steinhaus im Ahrntal/Südtirol

Ausstellung bis zum 30. Oktober 2015

WebBildBuch

COAL NOT DOLE – Talk at Ostkreuzschule, Berlin


Wednesday, Nov, 12th 2014,  7 pm (19h)

OSTKREUZSCHULE für Fotografie
Behaimstraße 28-34
D-13086 Berlin
Miners Strike, Picket Line

COAL NOT DOLE – Exhibition & Talk, 6th, November 2014


STIFTUNG Bibliothek des Ruhrgebiets

Exhibition & Talk
Thursday, Nov, 6th 2014,  7 pm (19h)

Dr. Stefan Berger -
The Miners´Strike 1984/85
Historical Introduction

Michael Kerstgens -
Coal not Dole – The Miners´ Strike 84/85
About the Photographs

Haus der Geschichte des Ruhrgebiets
Clemensstraße 17 – 19
44789 Bochum

WebTalk

New Book COAL NOT DOLE


Thirty years on from the UK miners‘ strike 1984/85

March, 2014. My new book COAL NOT DOLE is now published at Peperoni Books, Berlin. Please order at Peperoni Books, Berlin. Or make your reservation for a numbered and signed copy of the special edition with print (20×25) via email.

Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=jHkHjs8cdPE

Publisher: http://peperoni-books.de/coal_not_dole00.html

Hardcover
Text & Photography Michael Kerstgens
25 x 21 cm, 132 pages
57 black & white (Triplex) and 16 color stills
English version only

Peperoni Books, Berlin
ISBN 978-3-941825-61-1

Reviews: The Guardian, by Sean O´Hagan, UK,   Daniel J. Norwood Blog, UK,   Espresso Republicca, Italy,    20 Minutos, Spain

CoverCoalNotDole

Coal not Dole, The UK Miners´ Strike 1984/85


In 1984, with the UK miners’ strike at its peak, I decided to travel to Britain and document the dispute. Born in Wales, and with a godfather who was managing director of the Llanelli-based mining supplies company Thyssen Schachtbau Great Britain Ltd., I imagined it would be easy to get close to the action.

Yet the strike was brutal and had torn a rift through British society. People were wary of me, as an outsider, and so I was limited to photographing events on the periphery, but not the striking miners and their various activities. The tide turned when I resolved to travel to the heart of the strike in Yorkshire and there met the activist Stuart “Spud” Marshall. Spud trusted me immediately and opened the door to photograph not only the heat of the action but also more intimate moments beyond the picketing. I photographed soup kitchens, meetings behind closed doors, and the wives of striking miners who first became politically active through their help and support in organizing the protest. I photographed families at home or with friends at occasional festivities, and striking miners picking low-grade coal to heat their houses. I documented the pride and courage of workers who were deeply rooted in the mining community.

The strike of 1984/85 was the last significant labour dispute in the UK. It marked the end of an era and the beginning of a new age of industrial relations, both in Britain and beyond. The documentation shows how this process shaped the lives of many and how it transformed the country forever. Nearly 30 years after the strike, I returned to record the changes. These photographs, including some of “Spud”, who still lives there, are also included in the book.

001_Miners_Darfield-Pit_Wombwell
002_Wombell_meeting
003_Darfield_miners
004_Rimingtonroad_Wombwell

From the archive: Баренцбург (Barentsburg, Svalbard) Russian Mining Community, 1997


In March/April 1997 I had an assignment to cover the the shooting of the movie “When the light comes” with Francesca van Thielen and Joachim Król on Spitsbergen (Svalbard). While the crew was shooting, I had the opportunity to make a little story on the miners`community Barentsburg.

Although Svalbard is under Norwegian sovereignty, the unique Svalbard Treaty of 1920 allows citizens of signatory countries equal rights to exploit natural resources. Russia, along with Norway, maintain mining operations on Svalbard as a result. Russia maintains a consulate in Barentsburg, the northern- most diplomatic mission of any kind in the world. (from Wikipedia)

01_Barentsburg_1997
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Pixelprojekt-Ausstellung 2013 “Rheinhausen 1987/88″


Am 26. November 1987 wurde öffentlich, dass die Krupp-Stahl AG die Werksschließung des Stahlwerks Rheinhausen bis Ende 1988 plante. Über 6.000 Arbeitsplätze waren gefährdet. Es begann ein Arbeitskampf um den Erhalt des 1897 gegründeten Stahl- und Hüttenwerks. Unter anderem besetzten am 10. Dezember 1987 Krupp-Arbeiter die Rheinbrücke zwischen den Stadteilen Rheinhausen und Homberg. Rheinhausen wurde damit zum Synonym für die „Stahlkrise“ Europas. Im Winter 1987/88 folgten große Demonstrationen gegen die Schließung des verbliebenen Hüttenwerks.

Pixelprojekt_Ruhrgebiet Neuaufnahmen 2012/2013

Wissenschaftspark Gelsenkirchen
Munscheidstraße 14
Eröffnung am 11. Juli 2013 um 18,30 Uhr
Dauer bis 31. August 2013
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Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin. Verlängert bis zum 26. August 2012


Am 19. April 2012 wurde die Ausstellung Russen Juden Deutsche im Jüdischen Museum in Berlin eröffnet. Ebenso wurde das Buch Neues Leben. Russen Juden Deutsche vorgestellt. Das Buch ist im Kehrer Verlag, Heidelberg erschienen und wurde von Studio GOOD in Berlin gestaltet.

Neues Leben. Russen Juden Deutsche

Texte von Hanno Loewy, Wolfgang Büscher.
ISBN 978-3-86828-277-1

Buchbesprechung bei Spiegel-Online:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,828257,00.html

Einladung JMB

De Grens voorbij, 2010


Fotografien über die Grenzregion der niederländischen Provinz Groningen mit Deutschland

Der niederländische Fotograf Harry Cock und ich wurden beauftragt die Grenze der Provinz Groningen und Deutschland zu fotografieren, jeweils auf der anderen Seite der Grenze. Thema ist die verschwundene deutsch-niederländische Grenze. Dies ist eine Auswahl von insgesamt 60 Fotografien, die ich für das Projekt fotografiert habe.

Ausstellungseröffnung:
"De Grens Voorbij"
am 19.November 2010
, 19.30 Uhr,
ForumImages (Hereplein 73, Groningen)

Ehem. deutsche Flakstellung nahe Termuntenzijl (NL) am Dollart
Ehem. Zollamt zwischen Rütenbrock/Haren (D) und Barnflair (NL)
Truckstop “De Ketting”, Barnflair (NL) in einem ehem. Zollhaus aus dem 18. Jh.
Pächterinnen Truckstop “De Ketting”, Barnflair (NL)

Abfahrt, 2009/2010


Abfahrt befasst sich mit der Zerstörung des Landschaftsbildes in den Tourismusgebieten der Alpen und der Dolomiten. Die Arbeit wurde im September 2009 begonnen und wird im Sommer und Herbst 2010 weitergeführt. Die Spuren des alpinen Massentourismus sind in den Sommer- und Herbstmonaten besonders gravierend im Landschaftsbild zu erkennen.

Ahrtal/Speikboden (Südtirol), 10/2009
Zugspitzplatt/SonnAlpin (Deutschland), 8/2010
Lermoos/Biberwier (Österreich), 8/2010

M.K.

Speikboden, Ahrntal in Südtirol
Speikboden, Ahrntal in Südtirol
Speikboden, Ahrntal in Südtirol
Speikboden, Ahrntal in Südtirol

allAmerican, 2009


allAmerican beschäftigt sich mit der Vision des heutigen Amerika von einer besseren Zukunft. Die Wahl des 44.Präsidenten Barack Obama, weltweit als historisch betrachtet, ist auch als Rückbesinnung auf den „American Dream“ interpretiert worden. Trotz seiner anscheinend aussichtslosen Biografie ist der Afroamerikaner Obama, Kind einer weißen Mutter und eines afrikanischen Vaters, ins höchste Staatsamt der USA gewählt worden. Damit personalisiert er wie niemand vor ihm den „American Dream“, den der Historiker James Truslow Adams in seinem 1931 veröffentlichten Buch „Epic of America“ geprägt hat. In keinem anderen Land ist die visionäre Aussicht auf ein gutes, erfolgreiches Leben der unbegrenzten Möglichkeiten so in den Glauben der Gesellschaft eingebrannt wie in den USA.
Wie wenig dies oft der gesellschaftlichen Realität entspricht, hat nicht nur das so genannte „Schwarze Amerika“, sondern auch das für seine soziale Kompetenz bekannte bürgerlich-liberale Amerika in den Jahren der Bush-Ära zu spüren bekommen. In dieser Schnittstelle zwischen Realität und Vision bewegt sich das Projekt „allAmerican“: Die Tage vor der Amtseinführung, der „Inauguration“, haben die Menschen in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft nach Washington kommen lassen – eine Hoffnung, die an jedem Einzelnen und an den Reaktionen der Masse greifbar wird.

… (Auszug – Pressetext)

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Feldversuch 2001 – 2009


Eine Landschaft zu entdecken bedeutet immer auch, etwas Eigenes in sie hineinzubringen und etwas Eigenes in ihr zu suchen. Was Michael Kerstgens mit nach Ostfriesland brachte ist sein individueller Blick, was er hier suchte sind Bilder, die fern aller vorgeprägten Erwartungen ein Stück Land im äußersten Nordwesten Deutschlands porträtieren. ….. Kerstgens Bilder entstehen in einer Kulturlandschaft, die vom rauen Klima der Nordsee geprägt ist und ohne ihre komplexen Systeme von Gräben, Kanälen, Deichen, Buhnen und Reisigverhauen nicht existieren würde. Über viele Jahrhunderte hinweg rang der Mensch dem Meer hier Meter für Meter fruchtbaren Boden ab. Immer wieder zieht es Kerstgens an die Grenze zwischen dem offenen Raum des Wattenmeeres und der unmittelbar an sie grenzenden Infrastruktur von Küstenschutz und Tourismus. Er hat ein feines Gespür für Spannungen, die dort entstehen, wo natürliche und künstliche Strukturen, Raum und Stofflichkeit, Tradition und Gegenwart aufeinander treffen. Ohne atmosphärisches Beiwerk erzählen seine Bilder, wie sich dieses Stück Land anfühlt, wie sich seine Räume entfalten und seine Menschen mit ihm leben. Sie lassen das Klima spüren, Strukturen ertasten, Gemeinschaft erleben, und im scheinbar Banalen Kurioses und Abgründiges entdecken. Kerstgens sucht ebenso das geradezu meditative Erlebnis des unendlichen Raums, in dessen überwältigender Eintönigkeit sich der einzelne Mensch zu verlieren scheint, wie das Erlebnis in der Gruppe. …. Aus dem Vorwort von Dr. Nils Ohlsen, Wissenschaftl. Leiter der Kunsthalle Emden, 2006 Edition Anhalt

Drachenflieger
Hafen Neßmersiel
Nessmersiel
Hilgenriedersiel

Henley Royal Regatta, 2001


Henley, England

Willkommen bei der “Henley Royal Regatta”, die das Städtchen an der Themse 40 Kilometer westlich von London jedes Jahr im Juli zum Mekka der Ruderer aus aller Welt macht – und zum Magneten für die britische High Society, die im streng abgegrenzten Bezirk der “Stewards Enclosure” fünf Tage lang eine Gartenparty mit viel Pimms No. 1, Champagner und strengen Regeln zelebriert.

Die Stewards sind die Veranstalter dieses neben Ascot und Wimbledon dritten königlichen Sport- und Gesellschafts-Event des Empire. Gut 6000 Häupter zählt der exklusive Club, erfolgreiche Ruderer, Trainer und Menschen, die sich um den Sport verdient gemacht haben. Die Olympiasieger James Cracknell und Matthew Pinsent sind dabei und natürlich Sir Steve Redgrave, die Ruder-Legende. Bei fünf olympischen Spielen hat er fünfmal Gold geholt und ist dafür von der Queen geadelt worden.

Auszug aus der Reportage von Michael Seufert

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Nicaragua Vila la Paz, Brasilien, 2001


Nicaragua Vila la Paz heißt eine Favela in Interlagos bei Sao Paulo. Einmal im Jahr  kommt die Formel Eins nach Interlagos. Die Bewohner, die größtenteils aus dem Landesinneren und den Urwäldern Brasiliens stammen,  versuchen in der Rennwoche ein bescheidenes Zusatzeinkommen zu erlangen. Sie verkaufen unlizensierte Fanartikel, oder Sie arbeiten als Bierholer für wohlhabende Besucher. Für die Eintrittskarte haben sie das ganze Jahr gespart. Vor einigen Jahren wurden einige Hochhäuser für die Bewohner, der teilweise innerhalb der Rennstrecke liegenden Favelas gebaut. Jedes Jahr, vor den Rennen werden die Fassaden, die von den TV-Kameras eingesehen werden können, neu gestrichen.  Die Zufahrten zur Rennstrecke werden mit Sichtblenden versperrt, damit die Besucher des Rennens die Favelas nicht sehen können. Bewohner, deren Hütten schon auf dem Gelände der Rennstrecke sind, erhalten Ausweise, damit sie zu ihren Hütten gelangen können.  Vor einigen Jahren wurde der Asphalt der Rennstrecke für viele Millionen Dollar erneuert. Gerüchte sagen, dass das Geld aus einem Strukturfond der Weltbank für die Favelas von Interlagos kam.

Auszug aus einer freien Arbeit

001_Interlagos
002_Interlagos_Favela
004_Interlagos_Formula_One
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Travelling Africa, 1996


Kenia, Burundi, Tansania

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001_Nairobi_Taxi
002_Pilgrims_MSMbaza
002b_waiting_for_costums_Kigoma

Matibi Mission Hospital, Zimbabwe, 1995


Matibi liegt im Süden von Zimbabwe, einem der wasserärmsten und heißesten Regionen des südlichen Afrikas. Dort befindet sich das Matibi Mission Hospital, das die medizinische Versorgung von ungefähr 100 000 Menschen gewährleistet. Größtenteils sind die Menschen, die teilweise tagelange Fußmärsche zum Hospital auf sich nehmen, an Aids und an Malaria erkrankt. Einzigartig zur damaligen Zeit das Home Care Program,  dass die Menschen in den umliegenden Dörfern betreut.

Während eines zweiwöchigen Aufenthaltes, zu Gast bei Dr. Herbert Aschwanden, Arzt aus Stein am Rhein (CH) und Leiter des Hospitals, hatte ich die Möglichkeit die Situation im Hospital zu fotografieren.

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Asyl – Abschiebehaft, 1995


Abschiebehaft in Büren, Herne, Neuß

Abschiebehaft bedeutet Freiheitsentzug, also Gefängnis, damit ein Verwaltungsakt, nämlich die Abschiebung, leichter durchgeführt werden kann. Obwohl eine Gefängnisstrafe in Deutschland der schwerste gesetzlich vorgesehene Eingriff in die Grundrechte eines Menschen ist. Vorwiegend handelt es sich um Personen, deren Herkunftsland nicht einwandfrei geklärt werden konnte und deren Asylantrag deswegen abgelehnt wurde.

Reportage für das Magazin Stern, 7/1995

Jugendlicher Abschiebehäftling in Büren/Westfalen, 1996
Abschiebehaft in Büren/Westfalen, 1996
Abschiebehaft in Büren/Westfalen, 1996
Abschiebehaft in Büren/Westfalen, 1996

Bergbauern, 1994/1995


Hartes Leben auf der Höh´

Alois Auer leistet 365 Tage im Jahr Schwerstarbeit. Zusammen mit seiner Mutter bewirtschaftet der Südtiroler den 1400 Meter hoch gelegenen „Feucht“-Hof auf dem Herrenberg im Ahrntal. Viele Bergbauern geben auf, er aber sagt: “Mi kriagn si nur tot vom Hof weg“.

Reportage mit Gabriel Grüner (✝)

Am 11.September 2010 ist der Feuchterbauer, Auer Alois im Alter von 70 Jahren verstorben und in Luttach im Ahrntal beigesetzt worden.

Mittag
Kapelle Sonntag
Herbst Schafwaschung
Auf zur Alm

„Davids deutsche Sterne“ – Jüdisches Leben in Deutschland, 1992-1995 / 2001


Der kleine alte Mann mit dem Pepitahut fällt in den Gesang des Kantors ein, schert aus, bricht ab. „Was singt der denn, der singt ja falsch.“ Der Kantor heißt Estrongo Nachame und ist berühmt. Seine Schallplatten hängen im Vorraum aus. Der Pepitamann raunzt und mosert. „Der soll aufhören!“ Niemand beachtet ihn. Das allgemeine Gemurmel, Geplauder, Gebet verschluckt Herrn Mosermann. Und dann wendet sich die Gemeinde zur Tür.

Es ist Freitagabend in der Synagoge der liberalen Berliner Juden in der Pestalozzistraße; herein in die königliche Braut Schabbat, die Unsichtbare. Lass uns vergessen den Lärm der Welt, Herr. Schenke uns, Adonai, den Frieden Deines Schabbat. Der Gesang des Kantors füllt den exakt einstündigen Gottesdienst ganz aus. Ernst und schön schwebt er über den Wassern des Weltlichen Rumors im Saal, der an eine unruhige Konzertatmosphäre erinnert.
Auch die Gemeinde ginge ohne weiteres als gutbürgerlich philharmonisches Publikum durch. Von der Empore herab begleiten den Kantor eine Orgel und Sänger des RIAS-Kammerchores Berlin. Orthodoxe Juden nennen die Synagoge ihrer liberalen Glaubensbrüder ein Museum. Dort werde etwas inszeniert, was es nicht mehr gebe: Milieu und Ritus des assimilierten Judentums…

Textauszug von Wolfgang Büscher,
Geo-Magazin 05/95

Wachpolizei vor dem Centrum Judaicum “Neue Synagoge” in der Oranienburger Str. in Berlin
Brit Millah, Synagoge Joachimsthaler Str. in Berlin,
Morgengebet in der Synagoge Joachimsthaler Str. in Berlin
Das sog. Gevattern, kurz vor der Brit Millah eines Jungen, Synagoge Joachimsthaler Str. in Berlin

Kurdistan, 1991 – 1992


1991
Nach der Flucht vor Saddam Husseins Terror im irakischen Teil Kurdistans kämpften in einer Region, in die man kaum Hilfsgüter transportieren kann, Hunderttausende ums Überleben. Sie flohen über die verschneiten Pässe des über 2400 m hohen Dügün Dag über die irakisch-türkische Grenze. Oberhalb des türkischen Dorfes Isikveren kam es zu einer humanitären Katastrophe, weil das türkische Miltär die Flüchtlinge am Abstieg in die wärmeren Täler gehindert hat. In der heimlichen Hauptstadt Kurdistans, Diyarbakir im Südosten der Türkei, kam zu Demonstrationen gegen die Politik Ankaras. Erst nach weltweitem, politischem Druck wurden die Flüchtlinge aus dem Irak in die Türkei gelassen.

1992
Nach dem Einrichten einer UN-Schutz- und Flugverbotszone, die den irakischen Kurden als Schutz vor den Truppen Saddam Husseins dienen sollte, konnten 1991 Regionalwahlen stattfinden. Der spätere irakische Präsident, Daschalal Talabani trat mit seiner Partei PUK gegen die KDP von Masud Barzani an. Nach Jahrzehnten der Verfolgung und des Terrors und den wechselnden Bündnissen der kurdischen Führer mit dem Iran und der Baath-Partei Bagdads verbündeten Talabani und Barzani sich 1991 gegen den irakischen Diktator.

Peshmerga nahe Erbil, Nordirak
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003_Tigris
003a_Flucht_vor_Saddam

Mühlhausen – Die vergessene Stadt, 1990


Im thüringischen Mühlhausen an der Unstrut hat sich seit Jahrhunderten am Stadtbild wenig verändert. Und seit Jahrzehnten wurde für die Erhaltung der alten Fachwerkbauten kaum etwas getan. Saurer Regen und verschmutzte Luft zerfressen das Mauerwerk. Wenn nicht bald mit der Sanierung begonnen wird, droht dem historischen Kleinod der Verfall.

Reportage für das Magazin Stern, März 1990

Mühlhausen in Thüringen, 1990
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Der letzte Winter der UdSSR, 1990


Moskau im Dezember 1990,
73 Jahre nach der Revolution

Die Versorgung ist zusammengebrochen. Tauschwirtschaft ersetzt Staatsmonopolismus. Jeder misstraut jedem, einer ist des anderen Wolf. Eltern schicken Ihre Kinder nach Moskau, um Lebensmittel zu stehlen. Sie werden von der Miliz aufgegriffen und in Umerziehungslager gesteckt.

Mütter von toten Wehrpflichtigen demonstrieren gegen die Schikanen der Vorgesetzten und die schlechte Versorgung und Ausrüstung in der Roten Armee. Ein Staat und seine Institutionen zerfallen. Michail Gorbatschow verliert die Kontrolle über den Staat.

Es war der letzte Winter der UdSSR.

Der letzte Winter der UdSSR_1
Der letzte Winter der UdSSR_2
Der letzte Winter der UdSSR_3
Der letzte Winter der UdSSR_4

Kuba, 1989


Reisereportage ohne Auftrag. Der Kameramann Dieter Vervuurt und ich reisten auf Einladung des kubanischen Fremdenverkehrsministeriums. Ein Fahrer und ein Dolmetscher sind unsere Begleiter und Aufpasser. Wenn irgendwie möglich, versuchen wir die vom Ministerium geplante Reise unseren eigenen Interessen unterzuordnen. Wir sind vom Wohlwollen unserer Begleiter abhängig. Immer öfter lassen Sie uns unseren eigenen Weg gehen. So bekommen wir Einblicke in den kubanischen Alltag, jenseits der touristischen Reiseroute. U. a. werden wir Zeugen der landesweiten, an einem Tag stattfindenden Begräbnisse der im angolanischen Bürgerkrieg gefallen kubanischen Soldaten (Kuba hatte immer bestritten Truppen in Angola zu haben). Ebenso treffen wir Ernest Hemingways letzten Bootmann Giorgio Fuentes, der der Hauptfigur im Roman “Der alte Mann und das Meer” als Vorlage diente.

Demonstration vor der ehem. US-Botschaft, Havanna 1989
Demonstration vor der ehem. US-Botschaft, Havanna 1989
Demonstration vor der ehem. US-Botschaft, Havanna
Begräbnis kubanischer Soldaten aus Angola, 1989

Philippe Petit, Paris 1989


Early 1989 my friend Hendrik Dorgathen told me  about Philippe Petit.  He was intruduced to Philippe by Mark Pollard 1988 in New York. It was the first time I heard the name Philippe Petit. I knew that a high-wire-walker went between the towers of the World Trade Center in 1974, but I did´t connect the spectacular coup with Philipps name. I was to young in 1974. Hendrik told me that Philippe is planning to walk on a 800 m long cable into the second stage of the Eiffeltower in Paris.  I couldn´t believe, that a man could do this. Eastern 1989 we went to Paris to meet Philippe the first time. I immediatly knew, only one man can do this. The man on the wire. I asked his manager Kathy O´Donnell, if I could cover the project. At this period nothing was fixed. There was no money, just a perfect planning and a group of prominent and less prominent but enthusastic supporters. They allowed me to be a part of the team. The story I covered has been published worldwide.

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Pinkgelb ist das Wochenende (Freizeit) , 1986


Anfang April 1986 bekam ich mit noch drei anderen Fotografie-Studierenden (Andreas Weinand, Manfred Witt und Uwe Hesse ) ein Projekt-Stipendium zum Thema “Freizeit”. Wir sollten im Sommer fotografieren. Mein Thema hieß “Pinkgelb ist das Wochenende”. Mich interessierte Freizeitkleidung und was damit durch ihre TrägerInnen verbunden wird. Im Februar war gerade die Raumfähre Challenger in 15 Km Höhe explodiert. Es schien, als wenn sich der unbedingte Glaube an die unendlichen Möglichkeiten der Technik ins Gegenteil kehren würde. Doch auch Hoffnung keimte auf. Michail Gorbatchow hatte gerade dem Parteitag der KPdSU eine Öffnung vorgeschlagen, die als Glasnost und Perestroika in die Geschichte einging und diese (wie wir heute wissen) nachhaltig veränderte . Dann kam endlich der Frühling. Der April war sehr warm. Am 24. April 1986 kommt es dann zur atomaren Katastrophe in Tschernobyl. Für einige Tage waren die Straßen fast leer. Die Menschen waren verunsichert. Aber nur kurz, dann ging die Freizeitparty weiter. Sie dauert bis heute an.

M.K.

Abendbekanntschaften
Discothek “Music Circus”, 1986
Grugabad, Essen 1986
Golftunier Düsseldorf, 1986