Kenia, Burundi, Tansania
Matibi Mission Hospital, Zimbabwe, 1995
Matibi liegt im Süden von Zimbabwe, einem der wasserärmsten und heißesten Regionen des südlichen Afrikas. Dort befindet sich das Matibi Mission Hospital, das die medizinische Versorgung von ungefähr 100 000 Menschen gewährleistet. Größtenteils sind die Menschen, die teilweise tagelange Fußmärsche zum Hospital auf sich nehmen, an Aids und an Malaria erkrankt. Einzigartig zur damaligen Zeit das Home Care Program, dass die Menschen in den umliegenden Dörfern betreut.
Während eines zweiwöchigen Aufenthaltes, zu Gast bei Dr. Herbert Aschwanden, Arzt aus Stein am Rhein (CH) und Leiter des Hospitals, hatte ich die Möglichkeit die Situation im Hospital zu fotografieren.
Abschiebehaft, 1995
Abschiebehaft in Büren, Herne, Neuß
Abschiebehaft bedeutet Freiheitsentzug, also Gefängnis, damit ein Verwaltungsakt, nämlich die Abschiebung leichter durchgeführt werden kann. Obwohl eine Gefängnisstrafe in Deutschland der schwerste gesetzlich vorgesehene Eingriff in die Grundrechte eines Menschen ist.
Reportage für das Magazin Stern, 7/1995
Bergbauern, 1994/1995
Hartes Leben auf der Höh´
Alois Auer leistet 365 Tage im Jahr Schwerstarbeit. Zusammen mit seiner Mutter bewirtschaftet der Südtiroler den 1400 Meter hoch gelegenen „Feucht“-Hof auf dem Herrenberg im Ahrntal. Viele Bergbauern geben auf, er aber sagt: “Mi kriagn si nur tot vom Hof weg“.
Reportage mit Gabriel Grüner (✝)
Am 11.September 2010 ist der Feuchterbauer, Auer Alois im Alter von 70 Jahren verstorben und in Luttach im Ahrntal beigesetzt worden.
„Davids deutsche Sterne“ – Jüdisches Leben in Deutschland, 1992-1995 / 2001
Der kleine alte Mann mit dem Pepitahut fällt in den Gesang des Kantors ein, schert aus, bricht ab. „Was singt der denn, der singt ja falsch.“ Der Kantor heißt Estrongo Nachame und ist berühmt. Seine Schallplatten hängen im Vorraum aus. Der Pepitamann raunzt und mosert. „Der soll aufhören!“ Niemand beachtet ihn. Das allgemeine Gemurmel, Geplauder, Gebet verschluckt Herrn Mosermann. Und dann wendet sich die Gemeinde zur Tür.
Es ist Freitagabend in der Synagoge der liberalen Berliner Juden in der Pestalozzistraße; herein in die königliche Braut Schabbat, die Unsichtbare. Lass uns vergessen den Lärm der Welt, Herr. Schenke uns, Adonai, den Frieden Deines Schabbat. Der Gesang des Kantors füllt den exakt einstündigen Gottesdienst ganz aus. Ernst und schön schwebt er über den Wassern des Weltlichen Rumors im Saal, der an eine unruhige Konzertatmosphäre erinnert.
Auch die Gemeinde ginge ohne weiteres als gutbürgerlich philharmonisches Publikum durch. Von der Empore herab begleiten den Kantor eine Orgel und Sänger des RIAS-Kammerchores Berlin. Orthodoxe Juden nennen die Synagoge ihrer liberalen Glaubensbrüder ein Museum. Dort werde etwas inszeniert, was es nicht mehr gebe: Milieu und Ritus des assimilierten Judentums…
Textauszug von Wolfgang Büscher,
Geo-Magazin 05/95
Kurdistan, 1991 – 1992
1991
Nach der Flucht vor Saddam Husseins Terror im irakischen Teil Kurdistans kämpften in einer Region, in die man kaum Hilfsgüter transportieren kann, Hunderttausende ums Überleben. Sie flohen über die verschneiten Pässe des über 2400 m hohen Dügün Dag über die irakisch-türkische Grenze. Oberhalb des türkischen Dorfes Isikveren kam es zu einer humanitären Katastrophe, weil das türkische Miltär die Flüchtlinge am Abstieg in die wärmeren Täler gehindert hat. In der heimlichen Hauptstadt Kurdistans, Diyarbakir im Südosten der Türkei, kam zu Demonstrationen gegen die Politik Ankaras. Erst nach weltweitem, politischem Druck wurden die Flüchtlinge aus dem Irak in die Türkei gelassen.
1992
Nach dem Einrichten einer UN-Schutz- und Flugverbotszone, die den irakischen Kurden als Schutz vor den Truppen Saddam Husseins dienen sollte, konnten 1991 Regionalwahlen stattfinden. Der spätere irakische Präsident, Daschalal Talabani trat mit seiner Partei PUK gegen die KDP von Masud Barzani an. Nach Jahrzehnten der Verfolgung und des Terrors und den wechselnden Bündnissen der kurdischen Führer mit dem Iran und der Baath-Partei Bagdads verbündeten Talabani und Barzani sich 1991 gegen den irakischen Diktator.
Mühlhausen – Die vergessene Stadt, 1990
Im thüringischen Mühlhausen an der Unstrut hat sich seit Jahrhunderten am Stadtbild wenig verändert. Und seit Jahrzehnten wurde für die Erhaltung der alten Fachwerkbauten kaum etwas getan. Saurer Regen und verschmutzte Luft zerfressen das Mauerwerk. Wenn nicht bald mit der Sanierung begonnen wird, droht dem historischen Kleinod der Verfall.
Reportage für das Magazin Stern, März 1990
Der letzte Winter der UdSSR, 1990
Moskau im Dezember 1990,
73 Jahre nach der Revolution
Die Versorgung ist zusammengebrochen. Tauschwirtschaft ersetzt Staatsmonopolismus. Jeder misstraut jedem, einer ist des anderen Wolf. Eltern schicken Ihre Kinder nach Moskau, um Lebensmittel zu stehlen. Sie werden von der Miliz aufgegriffen und in Umerziehungslager gesteckt.
Mütter von toten Wehrpflichtigen demonstrieren gegen die Schikanen der Vorgesetzten und die schlechte Versorgung und Ausrüstung in der Roten Armee. Ein Staat und seine Institutionen zerfallen. Michail Gorbatschow verliert die Kontrolle über den Staat.
Es war der letzte Winter der UdSSR.





















































































































































