De Grens voorbij, 2010


Fotografien über die Grenzregion der niederländischen Provinz Groningen mit Deutschland

Der niederländische Fotograf Harry Cock und ich wurden beauftragt die Grenze der Provinz Groningen und Deutschland zu fotografieren, jeweils auf der anderen Seite der Grenze. Thema ist die verschwundene deutsch-niederländische Grenze. Dies ist eine Auswahl von insgesamt 60 Fotografien, die ich für das Projekt fotografiert habe.

Ausstellungseröffnung:
"De Grens Voorbij"
am 19.November 2010
, 19.30 Uhr,
ForumImages (Hereplein 73, Groningen)

Ehem. deutsche Flakstellung nahe Termuntenzijl (NL) am Dollart
Ehem. Zollamt zwischen Rütenbrock/Haren (D) und Barnflair (NL)
Truckstop “De Ketting”, Barnflair (NL) in einem ehem. Zollhaus aus dem 18. Jh.
Pächterinnen Truckstop “De Ketting”, Barnflair (NL)

Abfahrt, 2009/2010


Abfahrt befasst sich mit der Zerstörung des Landschaftsbildes in den Tourismusgebieten der Alpen und der Dolomiten. Die Arbeit wurde im September 2009 begonnen und wird im Sommer und Herbst 2010 weitergeführt. Die Spuren des alpinen Massentourismus sind in den Sommer- und Herbstmonaten besonders gravierend im Landschaftsbild zu erkennen.

Ahrtal/Speikboden (Südtirol), 10/2009
Zugspitzplatt/SonnAlpin (Deutschland), 8/2010
Lermoos/Biberwier (Österreich), 8/2010

M.K.

Speikboden, Ahrntal in Südtirol
Speikboden, Ahrntal in Südtirol
Speikboden, Ahrntal in Südtirol
Speikboden, Ahrntal in Südtirol

allAmerican, 2009


allAmerican beschäftigt sich mit der Vision des heutigen Amerika von einer besseren Zukunft. Die Wahl des 44.Präsidenten Barack Obama, weltweit als historisch betrachtet, ist auch als Rückbesinnung auf den „American Dream“ interpretiert worden. Trotz seiner anscheinend aussichtslosen Biografie ist der Afroamerikaner Obama, Kind einer weißen Mutter und eines afrikanischen Vaters, ins höchste Staatsamt der USA gewählt worden. Damit personalisiert er wie niemand vor ihm den „American Dream“, den der Historiker James Truslow Adams in seinem 1931 veröffentlichten Buch „Epic of America“ geprägt hat. In keinem anderen Land ist die visionäre Aussicht auf ein gutes, erfolgreiches Leben der unbegrenzten Möglichkeiten so in den Glauben der Gesellschaft eingebrannt wie in den USA.
Wie wenig dies oft der gesellschaftlichen Realität entspricht, hat nicht nur das so genannte „Schwarze Amerika“, sondern auch das für seine soziale Kompetenz bekannte bürgerlich-liberale Amerika in den Jahren der Bush-Ära zu spüren bekommen. In dieser Schnittstelle zwischen Realität und Vision bewegt sich das Projekt „allAmerican“: Die Tage vor der Amtseinführung, der „Inauguration“, haben die Menschen in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft nach Washington kommen lassen – eine Hoffnung, die an jedem Einzelnen und an den Reaktionen der Masse greifbar wird.

… (Auszug – Pressetext)

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Feldversuch 2001 – 2009


Eine Landschaft zu entdecken bedeutet immer auch, etwas Eigenes in sie hineinzubringen und etwas Eigenes in ihr zu suchen. Was Michael Kerstgens mit nach Ostfriesland brachte ist sein individueller Blick, was er hier suchte sind Bilder, die fern aller vorgeprägten Erwartungen ein Stück Land im äußersten Nordwesten Deutschlands porträtieren. ….. Kerstgens Bilder entstehen in einer Kulturlandschaft, die vom rauen Klima der Nordsee geprägt ist und ohne ihre komplexen Systeme von Gräben, Kanälen, Deichen, Buhnen und Reisigverhauen nicht existieren würde. Über viele Jahrhunderte hinweg rang der Mensch dem Meer hier Meter für Meter fruchtbaren Boden ab. Immer wieder zieht es Kerstgens an die Grenze zwischen dem offenen Raum des Wattenmeeres und der unmittelbar an sie grenzenden Infrastruktur von Küstenschutz und Tourismus. Er hat ein feines Gespür für Spannungen, die dort entstehen, wo natürliche und künstliche Strukturen, Raum und Stofflichkeit, Tradition und Gegenwart aufeinander treffen. Ohne atmosphärisches Beiwerk erzählen seine Bilder, wie sich dieses Stück Land anfühlt, wie sich seine Räume entfalten und seine Menschen mit ihm leben. Sie lassen das Klima spüren, Strukturen ertasten, Gemeinschaft erleben, und im scheinbar Banalen Kurioses und Abgründiges entdecken. Kerstgens sucht ebenso das geradezu meditative Erlebnis des unendlichen Raums, in dessen überwältigender Eintönigkeit sich der einzelne Mensch zu verlieren scheint, wie das Erlebnis in der Gruppe. …. Aus dem Vorwort von Dr. Nils Ohlsen, Wissenschaftl. Leiter der Kunsthalle Emden, 2006 Edition Anhalt

Drachenflieger
Hafen Neßmersiel
Nessmersiel
Hilgenriedersiel

Henley Royal Regatta, 2001


Henley, England

Willkommen bei der “Henley Royal Regatta”, die das Städtchen an der Themse 40 Kilometer westlich von London jedes Jahr im Juli zum Mekka der Ruderer aus aller Welt macht – und zum Magneten für die britische High Society, die im streng abgegrenzten Bezirk der “Stewards Enclosure” fünf Tage lang eine Gartenparty mit viel Pimms No. 1, Champagner und strengen Regeln zelebriert.

Die Stewards sind die Veranstalter dieses neben Ascot und Wimbledon dritten königlichen Sport- und Gesellschafts-Event des Empire. Gut 6000 Häupter zählt der exklusive Club, erfolgreiche Ruderer, Trainer und Menschen, die sich um den Sport verdient gemacht haben. Die Olympiasieger James Cracknell und Matthew Pinsent sind dabei und natürlich Sir Steve Redgrave, die Ruder-Legende. Bei fünf olympischen Spielen hat er fünfmal Gold geholt und ist dafür von der Queen geadelt worden.

Auszug aus der Reportage von Michael Seufert

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Nicaragua Vila la Paz, Brasilien, 2001


Nicaragua Vila la Paz heißt eine Favela in Interlagos bei Sao Paulo. Einmal im Jahr  kommt die Formel Eins nach Interlagos. Die Bewohner, die größtenteils aus dem Landesinneren und den Urwäldern Brasiliens stammen,  versuchen in der Rennwoche ein bescheidenes Zusatzeinkommen zu erlangen. Sie verkaufen unlizensierte Fanartikel, oder Sie arbeiten als Bierholer für wohlhabende Besucher. Für die Eintrittskarte haben sie das ganze Jahr gespart. Vor einigen Jahren wurden einige Hochhäuser für die Bewohner, der teilweise innerhalb der Rennstrecke liegenden Favelas gebaut. Jedes Jahr, vor den Rennen werden die Fassaden, die von den TV-Kameras eingesehen werden können, neu gestrichen.  Die Zufahrten zur Rennstrecke werden mit Sichtblenden versperrt, damit die Besucher des Rennens die Favelas nicht sehen können. Bewohner, deren Hütten schon auf dem Gelände der Rennstrecke sind, erhalten Ausweise, damit sie zu ihren Hütten gelangen können.  Vor einigen Jahren wurde der Asphalt der Rennstrecke für viele Millionen Dollar erneuert. Gerüchte sagen, dass das Geld aus einem Strukturfond der Weltbank für die Favelas von Interlagos kam.

Auszug aus einer freien Arbeit

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002_Interlagos_Favela
004_Interlagos_Formula_One
005_Interlagos

„Davids deutsche Sterne“ – Jüdisches Leben in Deutschland, 1992-1995 / 2001


Der kleine alte Mann mit dem Pepitahut fällt in den Gesang des Kantors ein, schert aus, bricht ab. „Was singt der denn, der singt ja falsch.“ Der Kantor heißt Estrongo Nachame und ist berühmt. Seine Schallplatten hängen im Vorraum aus. Der Pepitamann raunzt und mosert. „Der soll aufhören!“ Niemand beachtet ihn. Das allgemeine Gemurmel, Geplauder, Gebet verschluckt Herrn Mosermann. Und dann wendet sich die Gemeinde zur Tür.

Es ist Freitagabend in der Synagoge der liberalen Berliner Juden in der Pestalozzistraße; herein in die königliche Braut Schabbat, die Unsichtbare. Lass uns vergessen den Lärm der Welt, Herr. Schenke uns, Adonai, den Frieden Deines Schabbat. Der Gesang des Kantors füllt den exakt einstündigen Gottesdienst ganz aus. Ernst und schön schwebt er über den Wassern des Weltlichen Rumors im Saal, der an eine unruhige Konzertatmosphäre erinnert.
Auch die Gemeinde ginge ohne weiteres als gutbürgerlich philharmonisches Publikum durch. Von der Empore herab begleiten den Kantor eine Orgel und Sänger des RIAS-Kammerchores Berlin. Orthodoxe Juden nennen die Synagoge ihrer liberalen Glaubensbrüder ein Museum. Dort werde etwas inszeniert, was es nicht mehr gebe: Milieu und Ritus des assimilierten Judentums…

Textauszug von Wolfgang Büscher,
Geo-Magazin 05/95

Wachpolizei vor dem Centrum Judaicum “Neue Synagoge” in der Oranienburger Str. in Berlin
Brit Millah, Synagoge Joachimsthaler Str. in Berlin,
Morgengebet in der Synagoge Joachimsthaler Str. in Berlin
Das sog. Gevattern, kurz vor der Brit Millah eines Jungen, Synagoge Joachimsthaler Str. in Berlin